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{{Infobox ICD
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| 01-CODE = Z91.5
| 01-BEZEICHNUNG = Selbstbeschädigung in der Eigenanamnese (Parasuizid, Selbstvergiftung, Versuchte Selbsttötung)
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Ein '''Suizid''' (veraltet auch ''suicidium'', von s. Synonym werden '''Selbstmord''', '''Selbsttötung''' und '''Freitod''' verwendet.

Eine Suizidhandlung ohne Todesfolge wird '''Suizidversuch''' oder '''Selbsttötungsversuch''' (veraltet fachsprachlich auch ''Tentamen suicidii'') genannt.

Der Begriff Suizidalität beschreibt einen psychischen Zustand, in dem Gedanken, Phantasien, Impulse und Handlungen anhaltend, wiederholt oder in krisenhaften Zuspitzungen darauf ausgerichtet sind, gezielt den eigenen Tod herbeizuführen.

Überblick

Suizid ist ein komplexes Phänomen. Die Selbsttötung sollte nach der Weltgesundheitsorganisation aufgrund der Häufigkeit als ?gesundheitspolitische Priorität? betrachtet werden.<ref name="whofactsheet"/> Suizide können aufgrund der unterschiedlichsten Beweggründe vollzogen werden; die weltanschauliche und juristische Einordnung ist höchst heterogen. Während nach der Jahrtausendwende verschiedene Gerichtsurteile in Europa den Suizid beispielsweise als Menschenrecht einordnen, wurden historisch Suizidenten etwa auch postum zum Tode verurteilt.

Weltweit begingen im Jahr 2016 geschätzt 793.000 Person Suizid, davon rund 10.000 in Deutschland. Weltweit begingen damit 10,5 Personen pro 100.000 Menschen einen Suizid, in Deutschland lag die Quote bei 13,6 Suiziden pro 100.000 bei den Männern und 4,8 Suiziden pro 100.000 bei den Frauen. Global liegt das Verhältnis von Männern zu Frauen bei etwa 1,8; in Deutschland sind etwa 70 Prozent der Suizidenten männlich.
Etwa 79 Prozent aller weltweiten Suizide werden in Ländern mit geringem oder mittleren Einkommen vollzogen. Suizid war 2016 die zweithäufigste Todesursache der 15- bis 29-Jährigen. Die am häufigsten gewählte Methoden gebrauchen Pestizide und Waffen, auch Erhängen wird oft gewählt.<ref name="whofactsheet"/> Suizid kann aktiv und passiv begonnen werden, etwa auch durch den Verzicht auf Medikamente.

Eine Suizidhandlung ohne Todesfolge wird als ''Suizidversuch'' bezeichnet. Versuche sind um geschätzt Faktor 10 häufiger, als vollendete Suizide.<ref name="dgsallgemein"/> Vorherige Suizidversuche sind der größte Risikofaktor für vollendete Suizide.<ref name="whofactsheet"/>

Aus Perspektive der klinischen Psychologie und Psychiatrie sind Suizidhandlungen oft Symptom einer psychischen Störung. Bei psychotherapeutischer oder psychiatrischer Behandlung und durch verschiedene Präventionsmaßnahmen lassen sich Suizidhandlungen verhindern.<ref name="whofactsheet"/> Über diese Betrachtung hinaus gibt beispielsweise auch das kontrovers diskutierte Konzept der Beihilfe zur Selbsttötung und den umstrittenen Begriff des Bilanzsuizid. Grundsätzlich geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon aus, dass Suizidhandlungen und Suizidalidät stigmatisierend sind und einem generellen Tabu unterliegen. Die Weltgesundheitsorganisation bemängelt darüber hinaus die grundlegende Unterschätzung des Themas Suizid, so sei mit Stand 2018 erst in ?wenigen Ländern? die Suizidprävention eine Priorität in der Gesundheitspolitik, lediglich 38 Staaten hätten überhaupt eine Präventions-Strategie.<ref name="whofactsheet"/>

Als eigenständige Wissenschaft, die sich mit dem Suizid besonders aus psychiatrisch-medizinischer Sicht beschäftigt, hat sich im 20.?Jahrhundert die Suizidologie herausgebildet.

Benennung

Suizid wurde in Gesellschaften und Epochen unterschiedlich bewertet, was sich auch sprachlich ausdrückt. Innerhalb der Fachwelt ist ''Suizid'' etabliert.<ref name="helmich"/><ref name="ntv1"/> Das Wort stammt nicht aus dem Latein des alten Roms, sondern ist ein neuzeitlicher Neologismus.

Umgangssprachlich wird der Begriff ''Selbstmord'' gebraucht, wobei dieser Begriff von vielen Medien nicht verwendet und von Fachleuten abgelehnt wird.<ref name="helmich"/> Dem liegt zu Grunde, dass dieser Begriff eine Wertung impliziert und die juristische Definition von Mord nicht erfüllt ist.<ref name="ntv1"/> Darüber hinaus ist Suizid ein komplexes Phänomen, dass neben den Suizidenten auch Dritte betreffen kann. Nach einem 2004 von Peter Helmich im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Artikel erschwert die wertende Begrifflichkeit die Trauerarbeit der Hinterbliebenen.<ref name="helmich"/> Nach Barbara Schneider, stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention trägt das Tabu ?Sebsttötung?, welches durch den Gebrauch des Begriffs ''Selbstmord'' bestärkt wird, zur Erschwernis der Präventionsarbeit bei.<ref name="ntv1"/>

Der lateinische Wortstamm ''caedere'' kann nach Kontext unterschiedlich übersetzt werden, etwa mit ?töten? und ?morden?, aber auch mit ?fällen?. Dies unterstreicht nach Helmich die unterschiedlichen Möglichkeiten der Einordnung.<ref name="helmich"/>
Trotzdem ist die umgangssprachliche Bezeichnung nach wie vor und neben diversen euphemistischen Formulierungen gängig. Letztere lauten etwa ?sich das Leben nehmen? oder ?Hand an sich Legen?, und stellen eine Möglichkeit zur Distanzierung dar.<ref name="planetwissen"/>

Die Bezeichnung ''Selbsttötung'' wird amtssprachlich verwendet. Dabei bleibt der Unterschied zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit offen.

Selbstmord

''Selbstmord'' ist die historisch älteste deutschsprachige Bezeichnung für einen Suizid. Der ursprünglich nicht wertende Begriff ist keine eigentliche deutsche Wortschöpfung, sondern entstand als Lehnübersetzung des neulateinischen ''suicidium'' im 17.?Jahrhundert.<ref group="gd">S. 666.</ref> Das Wort ''Selbstmörder'' erschien im 16.?Jahrhundert, erstmals bei Martin Luther als ?sein selbs mörder? (seiner selbst Mörder).<ref name="books-R9sb9mc8dzoC-333">Martin Luther: ''Dr. Martin Luthers&#39; sämmtliche Werke: Homiletische und katechetische Schriften.'' C. Heyder, 1832, S.?333 ().</ref>

Die indogermanische Wurzel des Wortes ''Mord'' bedeutet ?aufgerieben werden, zerreiben? (vgl. aus derselben Sprachwurzel ''mürbe'' und ''Schmerz'').<ref group="gd">S. 469.</ref> Das Wort bedeutete ursprünglich ?Tod? (vgl. das verwandte lateinische Wort ''mors'' für ?Tod?). Doch schon in altgermanischer Zeit hatte sich die Wortbedeutung bei vielen Stämmen verschoben und stand für ?absichtliche, heimliche Tötung?.

1652 wurden durch John Donne die Begriffe ''self murder'' für den verwerflichen Selbstmord und ''self-homicide'' für den nicht von vornherein verwerflichen Suizid in der englischen Sprache etabliert.

s an, wie es denn im Französischen bis nach der Mitte des 18.?Jahrhunderts ''homicie de soi-même'' hieß. ''Freitod'' erinnert mich, wie ''Freitreppe, Freistatt,'' an etwas, das ins Freie führt, das Freiheit gewährt.?

In den mit der formulierte: ?Dieses Residuum eines religiösen Vorurteils und einer veralteten Rechtsauffassung hat in einem modernen Beurteilungsschema keinen Platz mehr?.

Freitod

Die Bezeichnung ''Freitod'' geht davon aus, dass sich ein Mensch im Vollbewusstsein seines Geistes und selbstbestimmt tötet. Nach der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention ist dies allerdings nicht der Fall. Überlebende eines Suizidversuchs berichteten, dass ?sie sich zu diesem Zeitpunkt nicht frei gefühlt haben, Entscheidungen zu treffen.?<ref name="ntv1"/>

Der Begriff wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus Friedrich Nietzsches ''Vom freien Tode'' gebildet, einem Kapitel in seinem Werk ''Also sprach Zarathustra''.<ref group="gd">S. 203.</ref> Wer einen freien Tod vorhat, soll nach Nietzsche ?zur rechten Zeit? ein ?edles? Sterben wählen: ?In eurem Sterben soll noch euer Geist und eure Tugend glühn, gleich einem Abendroth um die Erde: oder aber das Sterben ist euch schlecht gerathen.?

Ein Beispiel für einen Freitod aufgrund philosophischer Erwägungen kann im Tod des Sokrates gesehen werden, der auf eine Flucht verzichtete, das richterliche Urteil mit Respekt vor den Gesetzen annahm und bis zuletzt mit seinen Freunden philosophisch diskutierte. Auch Seneca, der bereits schwer krank gewesen war, nahm nach dem missglückten Anschlag auf Kaiser Nero sein Todesurteil im Geiste der Stoa als sittlich gleichgültiges Ding (Adiaphora) an und hat sich mit seinen Freunden mündlich und schriftlich ausführlich mit Sterben und Selbsttötung auseinandergesetzt. Dabei kritisierte er jene Philosophen, die Suizid zur Sünde erklärten.

Der Philosoph '', 19. August 2014.</ref>

Aus psychiatrischer Sicht handelt es sich um eine Form der rationalen Bewältigung suizidaler Tendenzen, wie sie etwa der schwer traumatisierte Schriftsteller Jean Améry vorgenommen hatte.<ref name="Watzka_24" />

Der Duden bezeichnet den Begriff als Hüllwort.

Assistierter Suizid und Tötung auf Verlangen

Wenn der Suizid mit Unterstützung durch eine andere Person vollzogen wird, spricht man je nach Tatherrschaft entweder vom ?assistierten Suizid? oder in der Rechtssprache von ?Tötung auf Verlangen? oder ?Beihilfe zum Suizid?. Solche Formen der Sterbehilfe werden international kontrovers diskutiert und juristisch unterschiedlich geregelt. In der Geriatrie und Altenpflege wird eine Passive Sterbehilfe im Zusammenhang mit den Begriffen ?künstliche Ernährung? bzw. ?Nahrungsverweigerung? immer wieder thematisiert.

Ursachen

Heutige Erkenntnisse

Die häufigste Ursache für einen Suizid bzw. Suizidversuch wird heute in gehäuft vor.

Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen und chronische Schmerzen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, haben aber auch fließende Übergänge zur Depression. Den Suizid auslösende Faktoren können dann zwar Lebenskrisen wie die Trennung vom Partner, Versagensängste oder der wirtschaftliche Ruin sein?? als alleiniger Hintergrund eines Suizids kommt dies aber nur in ca.?5 bis 10 % der Fälle vor. Trotzdem ist davon auszugehen, dass sowohl eine innere wie eine äußere Ursache für eine Depression besteht, das heißt ein für Depressionen anfälliger Patient wird durch seine Lebensumstände depressiv.

Studien der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich zeigen, dass tatsächlicher wie auch drohender Verlust des Arbeitsplatzes der Auslöser bei rund 20 % aller Selbsttötungen ist. Dabei wurden für die Jahre 2000 bis 2011 aufgrund von WHO-Daten 233.000 Suizide in 63 Ländern untersucht. 45.000 von ihnen standen in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang mit einem Verlust des Arbeitsplatzes. Zudem geht generell der Anstieg der Suizidrate einer höheren Arbeitslosigkeitsquote um etwa ein halbes Jahr voraus.

Eine schwedische Studie zeigt, dass das Suizidrisiko für Erwachsene, die als Jugendliche nicht körperlich fit waren, erhöht ist. Vor allem, wenn neben einer fehlenden körperlichen Fitness auch eine kognitive Beeinträchtigung besteht, ist die Suizidgefährdung stark erhöht.<ref name="DOI10.1017/S0033291713001207">M. A. I. Åberg, J. Nyberg, K. Torén, A. Sörberg, H. G. Kuhn, M. Waern: ''Cardiovascular fitness in early adulthood and future suicidal behaviour in men followed for up to 42 years.'' In: ''Psychological Medicine.'' S.?1?10, .</ref>

Teilweise wird der Suizid als ein letzter Ausweg eines Menschen aus einem Leben angesehen, das von körperlichem Schmerz und Leiden bestimmt ist, welche sich mit den Mitteln der Medizin nicht lindern lassen. Auslösende Faktoren sind auch vom Kulturkreis abhängig. Beispielsweise ist der sogenannte Gesichtsverlust in Asien als Motiv für Suizide bekannt.

Historische Deutungen

Der Soziologe Émile Durkheim hat 1897 mit seinem Werk über den Suizid ''(Le suicide)'' die sozialen Zusammenhänge der Selbsttötung auf empirischer Grundlage analysiert. Er unterscheidet zwischen dem ''egoistischen,'' dem ''altruistischen,'' dem ''anomischen'' und dem ''fatalistischen'' Suizid.

Sigmund Freuds Postulat eines Todestriebs in seiner Schrift ''Jenseits des Lustprinzips'' (1920) hat mit dem Suizid allenfalls am Rande etwas zu tun. Vielmehr begreift Freud den ?Todestrieb? ganz allgemein als zerstörerischen Aspekt des Lebens, der auch schon bei Einzellern und Tieren vorzufinden sei. Das Konzept des Todestriebs, das Freud selbst als ?Spekulation? bezeichnete, war auch unter den Anhängern der Psychoanalyse von Anfang an umstritten.

Fritz Mauthner verglich in seinem ''Wörterbuch der Philosophie'' (1923) den Suizidenten mit einer an der Ufermauer stehenden Katze, die, weil sie von heißen Eisenstangen umzingelt ist, ins für sie tödliche Wasser springt. Wie die Katze, die sonst schwere Verbrennungen erlitten hätte, töten wir uns selbst also nur dann, wenn wir das Weiterleben als unerwünschter einschätzen als den Tod. Dann erst entstehe die Möglichkeit, dass bewusste Motive stärker als der Instinkt zur Selbsterhaltung werden.

Tausende von Texten aller Art über verschiedenste Aspekte des Suizids hat 1927 Hans Rost in einer Bibliographie zusammengestellt. Die ?Suizid-Bibliothek? aus Rosts Nachlass steht heute in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, weite Teile davon sind auch auf Mikroform verfügbar (siehe Literatur).

Alfred Hoche (1865?1943) prägte den Begriff ?Bilanzsuizid? für eine Selbsttötung nach rationaler Abwägung der Lebensumstände. Bilanzsuizide im Sinne einer rational kalkulierten Entscheidung entsprechen einem subjektiven Empfinden. Viktor Frankl sprach sich daher dafür aus, die Bezeichnung ?Bilanzsuizid? ausschließlich für die Sicht des Betroffenen zu verwenden.

Suizidprävention

Oft wird ein Suizid vorher angekündigt. Darüber hinaus gibt es einige Zeichen, die einem Suizid vorausgehen können. Erwin Ringel führte für drei solcher Symptome ''(Einengung des Denkens, Aggressionshemmung'' bzw. ''Aggressionsumkehr'' und ''Suizidfantasien)'' den Begriff präsuizidales Syndrom ein.

Psychologen vertreten den Standpunkt, dass solche Ankündigungen und Warnzeichen ernst zu nehmen seien und der Betroffene beim Verdacht einer Suizidalität offen darauf angesprochen werden solle. Sie argumentieren, dass Menschen, die durch Suizid sterben wollen, meist niemanden finden, mit dem sie über diese Gedanken sprechen könnten. Ein zentraler Punkt der Prophylaxe bestehe deshalb darin, Menschen zu helfen, über ihre Probleme und Suizidgedanken zu reden (?Suizidpakt?), damit sie nicht in eine noch stärkere Isolation geraten. Aus diesem Gedanken heraus entstand in den 1950er Jahren die Telefonseelsorge als Einrichtung der Suizidprävention.

Das ?Nürnberger Bündnis gegen Depression?, geleitet von dem Psychiater Ulrich Hegerl, untersuchte 2001 bis 2002, ob eine Aufklärungs- und Fortbildungskampagne über die Depression Suizide und Suizidversuche verhindern kann. Auf vier sich ergänzenden Interventionsebenen wurden Hausärzte geschult, eine professionelle PR-Kampagne gestaltet, Multiplikatoren wie Lehrer, Journalisten, Pfarrer und Pflegepersonal angesprochen und weitergebildet sowie Hilfsmaßnahmen und Informationsmaterialien für Betroffene und Angehörige angeboten. Nach zwei Jahren Intervention (2001 und 2002) ging die Gesamtzahl der Suizide und Suizidversuche im Vergleich zum Kontrolljahr 2000 und zur Kontrollregion Würzburg signifikant um 24 % zurück. Für Suizide allein war kein statistisch signifikanter Nachweis möglich, da die untersuchte Region und damit die Zahl der Suizide zu klein war und die zufälligen jährlichen Schwankungen zu stark.

Der österreichische Psychiater führt die Suizidforschung in Österreich weiter und gründet mit seinen Mitarbeitern 2007 die ''Wiener Werkstätte für Suizidforschung''.

Die dagegen aus, Internetforen zum Thema Suizid, durch die die drei sich möglicherweise kennengelernt hatten, ?grundsätzlich zu verdammen?; diese müssten nicht immer negative Effekte haben.

Als Suizidprävention verstehbar (freilich zu Belastungen für Mitmenschen führend, etwa durch Schienensuizid oder Sturz in die Tiefe) sind
  • das Fehlen von Ratgeber-Literatur mit sachlicher Information über schmerzfreie und rücksichtsvolle Methoden der Selbsttötung und
  • die Behinderung von Beihilfe zur Selbsttötung durch standesrechtliche und gesetzliche Vorschriften.

Im Jahr 2003 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals der 10.?September als Welt-Suizid-Präventionstag ausgerufen. Mit diesem jährlichen Aktionstag soll in der Öffentlichkeit auf dieses Tabuthema aufmerksam gemacht werden, da Suizide nach Auffassung der WHO eines der größten Gesundheitsprobleme der Gegenwart darstellen.

Als Prävention sind einige Gebäude mit hohen Aussichtsterrassen mit unbesteigbaren Gittern oder textilen Netzen ausgestattet. Im Juni 2014 wurde beschlossen, die ''Golden Gate Bridge,'' ein Bauwerk mit besonders vielen Suizidsprüngen, mit einem waagrechten Netz auszustatten, das Stürzende auffängt. Am ''Empire State Building'' ist das Geländer bis zur Decke durch ein Gitter aufgestockt: Der untere Bereich mit einem für die Sicht günstigen Gitter mit diagonal gekreuzten Streben, darüber senkrechte Streben.

Zur Vermeidung von Nachahmungstaten (siehe ).

'''Suizidprävention bei Jugendlichen:'''

Eine 2014 veröffentlichte Studie mit mehr als 44.000 Jugendlichen in Deutschland konnte insgesamt neun Faktoren identifizieren, die mit Suizidversuchen bei Jugendlichen in signifikantem Zusammenhang stehen. Es fanden sich acht Faktoren, die mit einem höheren Risiko für Suizidversuche bei Jugendlichen einhergingen:<ref name="donath2014" />

Der einzige Schutzfaktor, den Donath und Kollegen finden konnten, war ein autoritativer Erziehungsstil in der Kindheit.<ref name="donath2014">C. Donath, E. Gräßel, D. Baier, S. Bleich, T. Hillemacher: ''Is parenting style a predictor of suicide attempts in a representative sample of adolescents?'' In: ''BMC Pediatrics.'' 2014, 14, S. 113.</ref> Dieser senkte später das Risiko, dass Jugendliche ernsthaft versuchten, sich umzubringen.
Die Forscher schlussfolgern aus diesen Erkenntnissen, dass der Erziehungsstil wesentlich ist und man hier schon sehr frühe Präventionsansätze entwickeln könnte, die Merkmale und Umsetzung des autoritativen Erziehungsstils im Alltag umfassen. Weiterhin wird vorgeschlagen, bestehende und akzeptierte Präventionsprogramme für Jugendliche, die z.?B. auf Substanzkonsum abzielen (siehe Drogenprävention), im Sinne der Suizidprävention zu erweitern.

Statistik

Weltweit

{{Doppeltes Bild|links|Suicide world map - 2009 Male.svg|350|Suicide world map - 2009 Female,2.svg|350|Suizide pro 100.000 Männer (links) bzw. Frauen (rechts) pro Jahr (Datengrundlage 1978?2008).

||}}

Nach dem ''Welt-Suizid-Report'' der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahmen sich 2012 etwa 804.000 Menschen weltweit das Leben. Dies entspricht 11,4 pro 100.000 Menschen.<ref name="WHO-2014" /> Im Jahr 2012 war Suizid nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache für 15- bis 29-Jährige.<ref name="WHO-2014" />

Eine Übersicht über die Suizidraten weltweit im Vergleich findet sich in der Liste der Suizidraten nach Ländern. Ein weltweiter Durchschnittswert ist aufgrund mangelhafter Datenlage nicht zu bestimmen.
Innerhalb der OECD schwankte die Suizidrate (Suizide pro 100.000 Einwohner/Jahr) in den Jahren 1960 bis 2005 zwischen 11 und 16. Seit einem Spitzenwert von 16,0 im Jahr 1984 nahm die Suizidrate stetig ab und stand 2005 bei 11,4.<ref name="puck">''Society at a Glance 2009: OECD Social Indicators: Social Cohesion Indicators: Suicides.''</ref>
In der Europäischen Union starben nach einer Meldung der EU-Kommission aus dem Jahr 2005 jährlich 58.000 Menschen durch Suizid, wobei die meisten dieser Fälle Personen betrafen, die an Depressionen litten. An anderen Todesursachen führt dieselbe Meldung jährlich 50.700 Verkehrstote und 5.350 Opfer von Gewaltverbrechen an.

Die Suizidrate ist stark geschlechtsabhängig; die Rate ist bei Männern konsistent höher als bei Frauen. In wohlhabenden Ländern unternehmen etwa dreimal mehr Männer als Frauen Suizid, in ärmeren nur etwa 1,5-mal soviele.<ref name="WHO-2014" /> Bangladesch und China sind die einzigen Länder, in denen der Anteil der Frauen den der Männer übersteigt.

Die höchste Suizidrate weltweit wird aus Sri Lanka gemeldet, mit 35,3 im Jahr 2015 (Männer 58,7; Frauen 13,6), die höchste Suizidrate unter Frauen aus Südkorea mit 16,4 im Jahr 2015 (Männer 40,4; Durchschnitt 28,3).<ref name="suizide2015"></ref> Die höchste Suizidrate in Europa wurde in Litauen gemessen, mit 32,7 im Jahr 2015 (Männer 58,0, Frauen 11,2). Die niedrigsten Suizidraten in Europa wurden in Griechenland gemessen, mit 4,3 im Jahr 2015 (Männer 7,1, Frauen 1,7) und in Albanien, mit ebenfalls 4,3 im Jahr 2015 (Männer 5,9, Frauen 2,7).<ref name="suizide2015" />

Die Suizidrate ist auch altersabhängig, allerdings variiert diese Abhängigkeit kulturell stark. Weltweit liegt sie bei Personen ab 70 Jahren am höchsten.<ref name="WHO-2014" />
In Südkorea steigt die Suizidrate mit zunehmendem Alter stetig an, nimmt dagegen in Norwegen und Neuseeland ab, während sie in Ländern mit niedriger Suizidrate wie Portugal, Griechenland oder Italien kaum eine Altersabhängigkeit aufweist.<ref name="puck" />

Deutschland

Häufigkeit insgesamt

Die Zahl der Suizide in Deutschland (frühere Bundesrepublik und neue Länder einschließlich Ost-Berlin) folgte von etwa 1980 bis 2007 einem fallenden Trend und steigt seither wieder an. Bei Suiziden ist im Allgemeinen eine hohe Dunkelziffer anzunehmen. Im Jahr 2014 starben in Deutschland 10.209 Menschen durch Suizid (12,6 je 100.000 Einwohner) bei 61,66 Mio. Einwohner sind das 20,87 je 100.000 Einwohner. Für die DDR ergeben sich für das Jahr 1980 aus den obigen Zahlen 5.583 Suizide. Bei 16,74 Mio. Einwohnern sind das 33,35 je 100.000 Einwohner.

Als Gründe für den zwischenzeitlich starken Rückgang werden eine verbesserte fachärztliche Versorgung, die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen und Probleme der methodischen Erfassung angesehen. So wurde in der Zwischenzeit die Kategorie der ?unklaren Todesursache? eingeführt, und unter den vermeintlichen en und betrifft Männer stärker als Frauen.<ref name="B72 Stabu13">Statistisches Bundesamt: ''Das Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes.'' Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Statistisches Bundesamt, Bonn 2013 (www.gbe-bund.de).</ref>

Experten vermuteten, dass die plötzliche deutliche Erhöhung der Anzahl an Suiziden im Jahr 2009 auf einen Zusammenhang zwischen medialer Berichterstattung über den Suizid des Fußball-Torhüters Robert Enke und der Zahl der Nachahmer zurückzuführen war. Die Deutung des plötzlichen Anstiegs der Suizidzahlen 2009 als ?Ausreißer? wird aus heutiger Sicht jedoch durch den ebenso starken Anstieg 2010 und den weiteren Anstieg auch 2011 relativiert.<ref name="B72 Stabu13" />

Häufigkeiten

Alter und Geschlecht

Die Sterblichkeit durch Suizid ist sehr stark abhängig von Alter und Geschlecht. So waren Kinder im Jahr 2007 mit einer Sterblichkeit von weniger als 0,3 je 100.000 Einwohner betroffen. In der Gruppe der 15-?bis 19-jährigen betrug die Sterblichkeit 2,1 (weiblich) bzw. 6,2 (männlich) je 100.000 Einwohner und stieg bei den 85-jährigen und Älteren auf 17,9 bzw. 68,7 je 100.000 Einwohner. Der Anteil von Selbsttötungen an den Todesursachen erreicht dennoch bei jungen Erwachsenen sein Maximum, da deren Sterblichkeit durch Krankheit sehr niedrig ist. In der Altersgruppe der 15- bis 35-jährigen war Suizid Ursache in einem von sechs Todesfällen (16,5 %). Insgesamt betrug die Suizidsterblichkeit von weiblichen Personen 5,7, von männlichen 17,4 je 100.000 Einwohner. Von den 9.402 Suiziden wurden 7009 (74,5 %) von Männern ausgeführt. Wegen der bei Frauen schneller abnehmenden Suizidzahlen hat dieser Anteil steigende Tendenz.<ref group="destatis" name="StatBATod" /><ref group="destatis" name="StatBABev" />

Innerhalb Deutschlands bestehen signifikante regionale Unterschiede. Die meisten Suizidfälle gab es 2006 in Bayern (13,3 je 100.000 Einwohner), die wenigsten in Sachsen-Anhalt (6,6 je 100.000 Einwohner). 1990 wurden in Sachsen noch die meisten Fälle (28,3 je 100.000 Einwohner) und in Nordrhein-Westfalen die wenigsten (11,9 je 100.000 Einwohner) gezählt.<ref group="destatis">Stefan P. Rübenach: ''Todesursache Suizid.'' In: ''Auszug aus Wirtschaft und Statistik.'' Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2007, S. 968.</ref> Im Jahr 1982 lag die Suizidhäufigkeit in der damaligen erhöhte Suizidraten aufwiesen.<ref name="Grashoff2006" /> In der Folgezeit ging diese Häufigkeit jedoch zurück und liegt heute für Männer bei 20 und für Frauen bei 7.<ref name="epi" /> Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehören aktuell weiterhin zu den Bundesländern mit den meisten Suiziden.

Andere Faktoren

Die Zahl der Suizide ist auch einer jahreszeitlichen Schwankung unterworfen. 2006 nahmen sich während der Frühlings- und Sommermonate mehr Menschen das Leben als während der Herbst- und Wintermonate. Von März bis Juli lag der Anteil an den Suiziden des Jahres über dem Anteil des Monats am Jahr, besonders deutlich im Mai und Juli, von August bis Februar lag der Suizidanteil dagegen gleichmäßig unter den Jahresanteilen.<ref group="destatis">destatis.de ? S. 969.</ref>

Die Suizidrate von Ärzten ist bis zu 3,4-mal höher als die anderer Bürger, bei Ärztinnen ist die Rate bis zu 5,7-mal erhöht. Neben der berufsbedingten dauerhaften Beschäftigung mit belastenden Themen wie Krankheit und Tod ist eine mögliche Erklärung für diese hohe Rate, dass Ärzte sowohl die Expertise als auch Zugang zu Mitteln zur Ausführung eines Suizids besitzen, über die andere Bevölkerungsgruppen seltener verfügen.

In '' vom 5. Oktober 1987.</ref>

Suizidversuche

Die Zahl der Suizidversuche liegt gegenüber den vollendeten Suiziden geschätzt um einen Faktor 10 höher<ref name="ntv1"/>, also bei etwa 100.000. Auch hier ist mit hohen Dunkelziffern zu rechnen. Der Einfluss von Alter und Geschlecht ist gegenüber den vollendeten Suiziden genau umgekehrt. Bei jungen Frauen ist die Häufigkeit von Suizidversuchen am größten, bei älteren Männern am niedrigsten. Stichprobenschätzungen für Deutschland ermittelten für 2001 für Frauen 131 und für Männer 108 Versuche je 100.000 Einwohner. Für 15- bis 24-jährige Frauen werden bis zu 300 Versuche je 100.000 Einwohner geschätzt. Insgesamt dominieren bei den Suizidversuchen weiche Methoden der Vergiftung (78 % weiblich, 59 % männlich) gefolgt von der Verwendung schneidender oder stechender Gegenstände (14 % weiblich, 23 % männlich). Die Intention der Suizidversuche korreliert signifikant mit dem Alter: Bei jüngeren dominieren parasuizidale Gesten und Pausen, bei älteren liegen eher Suizidversuche im engeren Sinn, das heißt mit Selbsttötungsabsicht, vor.<ref name="epi">suizidprophylaxe.de</ref>

Methoden

Von 10.209 erfassten Suiziden in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2014 wurden folgende Todesursachen erfasst:

Männer griffen 2006 in 52,6 % der Fälle zu den sogenannten ?harten? Suizidmethoden des Erhängens, Erdrosseln oder Erstickens und damit häufiger als Frauen (34,5 %), die wiederum häufiger ?weiche? Methoden wie eine Vergiftung mit einer Überdosierung von Medikamenten etc. anwendeten.<ref group="destatis">AktuellSuizid ? S. 966.</ref>

Im Jahr 2008 nahmen sich auf deutschen Bahnstrecken 714 Menschen das Leben, im Jahr 2009 waren es laut Bericht des Eisenbahn-Bundesamtes 875.

Österreich

In der Zwischenkriegszeit von 1919 bis 1939 gab es in Österreich zwischen 30 und 40 Suizide je 100.000 Einwohner. Für die Jahre 1940 bis 1945 liegen keine Daten vor. Im Jahr 1945 wurde wiederum mit 60 Suiziden je 100.000 Einwohner (absolut 4500) eine außergewöhnlich hohe Suizidrate verzeichnet.

Die Suizidraten nach 1945 schwanken zwischen 20 und 30 Suiziden je 100.000 Einwohner, absolut von 1500 bis über 2000 Suiziden pro Jahr. Aufgrund dieser Zahlen gilt Österreich im internationalen Vergleich als ein Land mit mittlerer (10?20) bis hoher (über 20) Suizidrate. Zwischen 1945 und 1986 kam es zu einem deutlichen Anstieg der Rate von 20 auf 28 Suizide je 100.000 Einwohner. Danach war die Zahl rückläufig und fiel 1999 auf rund 19 Suizide je 100.000 Einwohner. Die Suizidraten sind regional höchst unterschiedlich, während sie zum Beispiel in Wien seit 1986 zurückgehen, steigen sie in Tirol und Oberösterreich seit 1991 an.

Die Selbsttötungsrate von Männern ist in Österreich doppelt so hoch wie die von Frauen und steigt mit zunehmendem Alter. Während männliche Jugendliche bis zum 15.?Lebensjahr eine Suizidrate von 2 haben, haben gleichaltrige Mädchen eine Suizidrate von 1. Mit 85 Lebensjahren beträgt die Suizidrate bei Männern jedoch 120, bei Frauen dagegen nur 33. Die Suizidraten von Männern über 85 sind wie in Deutschland besonders hoch, ihre Rate liegt

Hungerstreiks führen manchmal zum Tod der Ausführenden. An den Folgen eines politisch motivierten Hungerstreiks starben beispielsweise der nordirische IRA-Aktivist Bobby Sands 1981 (vgl. Irischer Hungerstreik von 1981) sowie der deutsche RAF-Angehörige Holger Meins 1974. Beide hatten mit ihrer Verweigerung der Nahrungsaufnahme in jeweils unterschiedlichem Kontext in der Haft versucht, einen Status als politische Gefangene sowie Verbesserungen der Haftbedingungen durchzusetzen.

Suizid als militärische Taktik

Schon der chinesische General Sunzi erwähnte um 500?v.?Chr. die militärische Taktik des Selbstmordangriffs, zu dem man einen Gegner nicht treiben solle. Suizid ist auch eine Möglichkeit, sich der Gerichtsbarkeit oder Festnahme durch politische oder militärische Feinde zu entziehen und den Gegner dabei zu schocken und zu beeindrucken. Bekannt wurde der Massensuizid auf der Festung Masada durch jüdische Zeloten unter Eleasar ben Ja?ir im Jahr 73?n.?Chr.

Mehr oder weniger legendär sind die Taten von Arnold Winkelried und Carl Klinke.

Im Zweiten Weltkrieg, speziell in dessen Endphase, flogen junge japanische Piloten der Spezialeinheit Shimp? Tokk?tai mit ihren Kampfflugzeugen Angriffe auf amerikanische Schiffe, was als ?Kamikaze-Taktik? bezeichnet wurde. Das nationalsozialistische Deutschland übernahm zu Ende des Zweiten Weltkrieges diese Taktik, so dass auch deutscherseits derartige Einsätze befohlen und geflogen wurden.

In Bürgerkriegen, in Kriegen oder bei Aufständen agieren in der jüngeren Vergangenheit vermehrt Selbstmordattentäter, so beispielsweise im Irak.

Besonders bekannt wurden die Selbstmordattentäter, die am 11.?September 2001 mehrere Zivilflugzeuge entführten und zwei davon in die beiden Türme des ''World Trade Center'' sowie eines ins Pentagon steuerten.

Suizid in Weltanschauungen

Die Frage der moralischen Zulässigkeit des Suizids wird kulturell sehr unterschiedlich betrachtet. Oft lässt sich in den unterschiedlichen Gesellschaften ein zwiespältiges Verhältnis feststellen. Vielfach wurde und wird in den Gesellschaften ein meist unterschiedlich definierter ?ehrenhafter Selbstmord? als einzig zulässige Art der Selbsttötung weitgehend akzeptiert. Dazu zählte der japanische ''Seppuku,'' bei dem es darum ging, eine verlorene Ehre wiederherzustellen. Mit ähnlichem Ziel kommt das auch in Europa vor, bei Militärs und Politikern (nicht selten durch Selbsterschießung), aber auch bei Kaufleuten im Bankrott. Im Jahr 1900 löste die Veröffentlichung von Arthur Schnitzlers ''Leutnant Gustl'' einen Skandal aus. Der Protagonist der Novelle ist froh, nicht aus Ehre sich selbst töten zu müssen, da sein unebenbürtiger Kontrahent plötzlich verstorben ist. Die österreichische Offiziersgesellschaft degradierte den nestbeschmutzenden Autor.

Antike

Die moralische Wertung des Suizids wurde bereits in der Antike sehr kontrovers diskutiert. In Tragödie und Epik wurden Suizidenten vielfach als Helden verehrt. Der griechische Philosoph Hegesias (3.?Jahrhundert?v.?Chr.), der den Spitznamen Peisithanatos (?der zum Tode Überredende?) führte, betonte in seinen aus seiner pessimistischen Lebensauffassung gespeisten Vorträgen das Elend der menschlichen Existenz. Er schrieb dem Einzelnen das Recht zu, sich das Leben zu nehmen. Das menschliche Leben habe an sich keinen besonderen moralischen Wert. Seine Ausführungen erwiesen sich dabei als derart überzeugend, dass seine Vorträge in Ägypten verboten wurden, weil sich viele Zuhörer das Leben nahmen.

Führende griechische Philosophen wie , die den ?römischen Tod?, also die ehrenvolle Selbsttötung in bestimmten Situationen, stets propagiert hatte.

Der durch Literatur und Filme bekannt gewordene, hauptsächlich von römischen Feldherren praktizierte Suizid, sich in ausweglosen Situationen ins Schwert zu stürzen, wurde aber zumindest in der späteren Kaiserzeit nicht mehr einhellig als ?ehrenvoller Tod? betrachtet, da seine Durchführung zumeist in völlig aussichtslosen Situationen stattfand, in denen Armeeangehörige entweder einem vielleicht noch schrecklicheren Ende entgegensahen oder eine persönliche Schande verhindern wollten. So schreibt der griechische Historiker Cassius Dio um 220 rückblickend über das Ende des Oberkommandierenden Publius Quinctilius Varus während der Schlacht im Teutoburger Wald (9?n.?Chr.):

Im Fall des Kaisers : ''Otho,'' 11?f.</ref>

Judentum

Nach dem Judentum ist JHWH als der Schöpfer der Welt derjenige, der das Leben gibt und wieder nimmt. So wurden Suizidenten bis ins 20.?Jahrhundert alle üblichen Trauerriten versagt. Wie Verbrecher mussten sie an gesonderten Orten außerhalb der Friedhöfe beerdigt werden; eine Praxis, die die Kirchen später übernahmen. Der Suizid war in Israel bis 1966 eine Straftat und damit stark tabuisiert.

Heute wird (je nach jüdischer Ausrichtung) der psychische Zustand des Suizidenten als psychische Krankheit und der eigentliche Suizid als Folge dieser Krankheit angesehen. Dadurch ist es möglich, die Trauerriten wieder durchzuführen.

Doch auch im Judentum gab und gibt es die Möglichkeit, durch einen ?ehrenhaften Selbstmord? höchste Verehrung zu genießen. So bewertete das rabbinische und später auch das orthodoxe Judentum all jene religiös inspirierten Suizide als einem Martyrium gleichwertig, die im Angesicht eines drohenden qualvollen Todes, einer unsittlichen Behandlung oder des Zwangs zu hoch geehrt, welche sich vor dem letzten Angriff der Römer selbst töteten.

Christentum

In der Spätantike setzte sich die .

Ein wichtiges Argument des Katholizismus gegen Suizid ist, dass das Leben an sich Gott gehöre und so das Geschenk des Lebens zurückgewiesen werde. Eng verwandt damit ist die Ansicht, dass menschliches Leben heilig und einzigartig sei und alle Anstrengungen unternommen werden müssen, es zu schützen. Diesen Standpunkt hatte bereits Cicero vertreten.

Im ''Codex Iuris Canonici'' (CIC) von 1917 war die überlegte Selbsttötung ein Ausschlussgrund für eine kirchliche Begräbnisfeier. Der CIC von 1983 erwähnt unter den Ausschlussgründen von einem kirchlichen Begräbnis (Can. 1184) den Suizid nicht mehr.

Islam

Im Islam gilt Suizid als streng verboten. Einigen Hadithen zufolge wird Menschen, die sich töten, die Aufnahme ins Paradies verweigert, und es droht ihnen ein ?ewiges Höllenfeuer?. Zumindest gilt es als eine schwere Sünde (Sure 4,29),

Gleichwohl begingen Menschen, die sich als Muslime ansahen, zahlreiche Selbstmordattentate. Dies geschah und geschieht teils im Zeichen eines Kampfes gegen ?Ungläubige?,<ref group="gb" name="s43" /> und teils im Rahmen innerislamischer Kämpfe verschiedener Glaubensrichtungen. Die Grenzen zwischen Selbsttötung und Glaubenszeugnis sind in diesen Fällen fließend. Offenbar glauben viele Attentäter, nach ihrem Tod sogleich ins Paradies aufgenommen zu werden.<ref group="gb" name="s44">S. 44.</ref> Besonders durch den schiitischen Islam wurde der Märtyrertod auch politisiert.<ref name="sw" />

Der islamische Märtyrertod bedarf stets der Zustimmung von religiösen Führern und einer Glaubensgemeinschaft; sonst würde er als Selbstmord angesehen. In der in New York City geschah. So verurteilt er die Angriffe von al-Qaida als ?nicht mit der Scharia [?] und dem wahren islamischen Dschihad vereinbar?. Für Fadlallah sind die Kämpfer der al-Qaida keine Märtyrer, sondern ?bloße Selbstmörder?.

Auch im , Vordenker der ägyptischen Dschihad-Gruppe, in seiner Schrift ''Die vergessene Pflicht'' (1981) diese Haltung.<ref name="s94" />

Die vergleichsweise niedrige allgemeine Suizidrate in islamisch geprägten Ländern dürfte auch auf den Gedanken der Vorherbestimmung des Schicksals (?Kismet?) zurückzuführen sein.<ref group="gb" name="s44" />

Buddhismus

In den buddhistischen Schriften wird die Selbsttötung differenziert betrachtet. Der Buddhismus selbst schwankt zwischen klarer Ablehnung und bedingter Zustimmung zur Selbsttötung. Keinesfalls ist die Selbsttötung mit der Tötung eines anderen Wesens zu vergleichen, und Formen der Selbsttötung, die andere Leben gefährden, werden vor allem aufgrund dieser Tatsache geächtet.
Die Selbsttötung mit dem Ziel, die eigene Erleuchtung vor einem Rückfall (z.?B. bei schwerer Krankheit) zu schützen oder um nach der Wiedergeburt zu einer höheren Daseinsform aufzusteigen, wird in den Schriften da und dort positiv gewertet.
Voraussetzung für eine positive Wertung der Selbsttötung ist ein ?klarer, konzentrierter und ruhiger Gemütszustand? und das ?Vertrauen in einen Buddha?. Unter diesen Voraussetzungen wird die Selbsttötung als nicht verwerflich oder karmisch schädlich bezeichnet.<ref group="md" name="s127">S. 127.</ref>

Einer der bekanntesten Texte im Pali-Kanon zum Thema der Selbsttötung ist das ''Channov?da-Sutta'':<ref group="VeW">S. 226?231.</ref>
{{Zitat|Den auf Grund von schwerer Krankheit suizidalen Mönch Channa besuchen S?riputta und Mah?cunda, dessen Weggefährten.
Ausführlich erkundigen sie sich über eventuelle Mängel der Nahrung, der Pflege oder der medizinischen Versorgung. Doch Channa verneint jeden Mangel. Dann erkundigen sie sich über eventuelle Mängel der Erleuchtung, doch Channa legt ausführlich dar, dass er die Erleuchtung verwirklicht hat.
Nachdem die beiden Mönche bei Channa keinen Mangel gefunden haben, sprechen sie ihm noch einmal die Lehre vom Ende des Leidens zu und verlassen ihn.
Channa greift zum Schwert und tötet sich so.
Daraufhin befragt S?riputta den Buddha und legt ihm den Fall vor:

?Vom ehrwürdigen Channa, o Herr, ist zum Schwert gegriffen worden. Welches ist sein Weg, welches sein Schicksal nach dem Tod??<ref group="VeW">S. 230.</ref>

Buddha verweist darauf, dass Channa sich in der gründlichen Befragung als untadelig erwiesen hat, also als einer, der Arhatschaft erlangt hat und nicht wiedergeboren werden wird. So gesehen ist schon die Fragestellung des S?riputta verfehlt.
S?riputta verweist aber auf die Verwandten und Freunde, die das Verhalten von Channa als verwerflich erachten, doch dies weist Buddha zurück:

?Wer, o S?riputta, diesen Körper abwirft, und einen anderen Körper anlegt, den nenne ich tadelnswert. Das ist bei Channa dem Mönch nicht (der Fall); untadelhaft hat Channa, der Mönch, zum Schwert gegriffen?.<ref group="VeW">S. 231.</ref>}}

Es scheint also hier so zu sein, dass einer, der nicht wiedergeboren werden wird, durchaus durch Selbsttötung sterben darf.

Die Kommentarliteratur zu diesem Fall lehnt es aber strikt ab, diesen Text als Beleg dafür zu nehmen, dass sich ein Arhat im Gegensatz zu einem Unerlösten töten darf. In den Kommentaren wird der Moment der Erlangung der Arhatschaft in den Augenblick des Todes hinein verlegt, um zu betonen, dass der Akt der Selbsttötung nicht die Tat eines Erlösten war, sondern noch die Tat eines Menschen, der davor stand. Wäre er nämlich schon im Zustand der Arhatschaft, wäre Channa ein ethisches Vorbild für alle Buddhisten, und dies soll ja gerade nicht daraus abgeleitet werden.

Jede Selbsttötung, die mit Selbstbehauptung verbunden ist, wird also prinzipiell als ethisch verwerflich angesehen, da ja dies gerade die Ursache für die ewige Wiedergeburt Samsara ist.<ref group="md" name="s127" />

Da im Buddhismus alles Leben höchste Achtung genießt, ist auch im heutigen Buddhismus der Suizid geächtet, insofern eine destruktive Motivation ursächlich ist. In Thailand und Sri Lanka, welche vom Theravada-Buddhismus geprägt worden sind, gilt ein Suizid auch als Schande für die gesamte Familie.<ref group="gb">S. 47.</ref>

Nur in sehr seltenen Fällen kann ein Suizid positiv bewertet werden, wenn dadurch beispielsweise andere Menschen gerettet werden.

Hinduismus

Mit der Verdrängung des Buddhismus durch den Hinduismus ab dem 5.?Jahrhundert in Indien fand der Suizid weite Verbreitung. Die zu den bedeutendsten Texten der Hindus gehörenden Puranas betonen, dass die Selbsttötung Lohn der Asketen sei, um deren Frömmigkeit zu besiegeln, jedoch kein Ausweg für Menschen, die nicht an die Götter glauben. Im Geiste dieser Texte lassen sich daher Pilger bei Festumzügen zu Ehren von Jagannath (Rath Yatra) von den Rädern seines Prozessionswagens überrollen; andere suchen heilige Plätze auf, an denen man aus großer Höhe in den Tod springen, sich ertränken oder, speziell bei Himalaya-Heiligtümern, im Schnee erfrieren kann.<ref group="gk" name="s443">S. 443.</ref>

Eine aus ganz Ostasien bekannte Art der Selbsttötung ist die Witwenverbrennung. Für eine Frau galt es im Hinblick auf ihre Wiedergeburt als verdienstvoll, in das Leichenfeuer ihres Mannes zu springen. Es kam jedoch auch vor, dass Angehörige den Tod der Ehefrau erzwangen. Auch nach dem Verbot der Witwenverbrennung durch die Kolonialverwaltung Britisch-Indiens im 19.?Jahrhundert gingen immer wieder Frauen ins Feuer. Im Gegensatz zu einigen Strömungen des Buddhismus bleibt bei den Hinterbliebenen eines Suizidenten im Hinduismus kein Makel haften.<ref group="gk" name="s443" />

Jainismus

Indische Mönche, die dem Jainismus angehören, vollziehen das Todesfasten zum Abschluss eines langen rituellen Übungsweges.<ref group="gk" name="s443" />

Philosophie

Bedeutende Vertreter der Aufklärung wie die Philosophen Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel bestreiten das Recht des Menschen, seinem Leben selbst ein Ende zu setzen. Bei Kant finden sich dazu platonische Einflüsse. Auch er bedient sich daher des Bildes, dass ein Mensch seinen Wachposten nicht verlassen darf.<ref group="gb">S. 15.</ref> Dieser Philosoph findet den Suizid grundsätzlich verwerflich: ?Das Subjekt der Sittlichkeit in seiner eigenen Person vernichten, ist eben so viel, als die Sittlichkeit selbst ihrer Existenz nach, so viel an ihm ist, aus der Welt zu schaffen.?<ref group="gb" name="s16">S. 16.</ref>

Kants Zeitgenosse David Hume ist dagegen der Meinung, dass die Selbsttötung ein der menschlichen Gesellschaft eingestiftetes Recht sei.<ref group="gb" name="s16" /> Der christlichen Ansicht, dass das menschliche Leben heilig und einzigartig sei und alle Anstrengungen unternommen werden müssten, dieses zu schützen, entgegnet Hume, dass es in diesem Sinne für einen Christen auch falsch sein müsse, einen natürlichen Tod hinauszuzögern, da dies Gottes Wille widerspreche.

. Frankfurt am Main 1989, hier S. 137 ff.</ref>

Albert Camus nahm sich in seinem philosophischen Essay ''Der Mythos des Sisyphos'' des Problems Suizid an. Dabei erklärt er zwar den Suizid als einzigen Ausweg aus der Absurdität des menschlichen Lebens, lehnt ihn jedoch aber vehement ab. Die Stärke des modernen Menschen zeichne sich laut Camus nicht dadurch aus, sich selbst das Leben zu nehmen, sondern im Gegenteil dazu die Absurdität zu erkennen und trotzdem mit seinen Aufgaben fortzufahren, wie er am Beispiel des ?Mythos des Sisyphos? erklärt.

Rechtswissenschaft

In der Rechtswissenschaft zeichneten sich vereinzelte Forderungen zur Liberalisierung des Suizids ab, dessen Ausführung in vielen Gebieten Europas bis in das beginnende 19.?Jahrhundert hinein weiterhin als Straftatbestand geahndet wurde. So machte der Strafrechtsreformer und wichtige Ideengeber Cesare Beccaria in seinen Ausführungen deutlich, dass der Suizid keiner Bestrafung unterzogen werden solle, ?weil sie nur auf einen kalten und leblosen Leichnam oder auf Unschuldige fallen kann.?

Andere Kulturen

In anderen Kulturen kann die rituelle Selbsttötung gesellschaftlich akzeptiert sein. Zu nennen wären hier das japanische Seppuku oder das indische Sati. Auch bei den Maya in ihrer klassischen Periode war die Göttin Ixtab für diejenigen Krieger zuständig, die nach dem Verlust ihrer Ehre von ihr mit einem Seil in einen der dreizehn Himmel gezogen werden.

Schwieriger zu beurteilen ist die Rolle des Suizids bei den Suruahà im Amazonas-Gebiet. Cunahá, ein Gift zum Töten von Fischen, das aus bestimmten Lianenwurzeln gewonnen wird, nehmen die Stammesmitglieder ab dem 12.?Lebensjahr zu spirituell-rituellen Zwecken zu sich. Dies endet dann tödlich, wenn die Wurzel nicht schnell genug wieder ausgespien wird. Es gibt auf der anderen Seite kein Wort für ?Suizid? bei den Suruahá.

Bei den Suizid die zweithäufigste Todesursache.
Weitere Einzelheiten zu ''Suizid bei den Eskimos'' in Vergangenheit und Gegenwart sind unter Inuit-Kultur (Abschnitt Tod) nachzulesen.

Juristische Bewertung

Deutschland

Verfassungsrecht

In Deutschland bildet den äußeren Rahmen für die rechtliche Bewertung der Suizidproblematik das Grundgesetz.
Unveränderbare Richtschnur hierfür ist die Unantastbarkeit der Menschenwürde nach GG. Geschützt ist sie nach heutiger Auffassung in der Gestalt, wie der einzelne Mensch sich in seiner Individualität begreift und sich seiner selbst bewusst wird.
Hieraus wird abgeleitet, die Unantastbarkeit der Menschenwürde schütze den Einzelnen auch davor, zum Objekt von Menschenwürdedefinitionen anderer zu werden.<ref name="njw851" />
Ihre Konkretisierung erfährt die Unantastbarkeit der Menschenwürde insbesondere im Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, soweit diese nicht Rechte anderer verletzt oder gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt ( GG).

Dieses Grundrecht umfasst nach gegenwärtiger Ansicht die Freiheit, lebensverlängernde oder gesundheitserhaltende Maßnahmen abzulehnen.<ref name="njw851" />
Uneinigkeit besteht, inwieweit die Ausübung dieses Freiheitsrechts gegen das Sittengesetz verstößt. Religiös fundierte Wertsetzungen können für die Klärung dieser Frage nicht maßgebend sein. Sie dürfen zwar durch die Religionsfreiheit in Deutschland ( GG) vom Einzelnen gelebt, anderen aber nicht gegen ihren Willen übergestülpt werden.
Entsprechendes gilt für Wertsetzungen, die aus philosophisch-weltanschaulichen Systemen abgeleitet sind, denn keines von ihnen kann beanspruchen, allgemeingültig zu sein.
Der Philosophie Kants folgend, der der Begriff des Sittengesetzes entlehnt ist, verbinden sich denn auch damit keine bestimmten materiellen Bewertungen, sondern eine Prüfung der Frage, inwieweit das Handeln des Einzelnen Maßstab für eine allgemeine Gesetzgebung sein könnte (Kategorischer Imperativ).<ref group="ml">S. 161 ff.</ref>

Strafrecht

Der Suizid.

Wer aufgrund einer Garantenpflicht verpflichtet ist (z.?B. Angehörige, Ärzte etc.), eine Selbsttötung zu verhindern, kann wegen Totschlags (oder ggf. Mordes) durch Unterlassen bestraft werden, wenn er die gebotene Rettungshandlung unterlässt. Der Gehilfe, aber auch jeder zufällige Zeuge des Geschehens kann ferner, wenn er keine Hilfe leistet, nachdem der Suizident die Tatherrschaft verloren hat (z.?B. weil er bewusstlos ist), wegen unterlassener Hilfeleistung nach StGB darstelle. Dies ist in der Strafrechtswissenschaft umstritten und wird vor allem mit dem Argument abgelehnt, dass ein frei verantwortlicher Bilanzsuizid kein Unglücksfall, sondern Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts des Einzelnen sei. Dagegen wird vor allem eingewendet, dass hinzukommende Personen (Rettungsdienst, Notarzt, Angehörige) in dieser Situation meist nicht zuverlässig überprüfen können, ob es sich wirklich um einen frei verantwortlichen Suizid handelt.<ref>Vgl. BGH, Urteil
vom 4. Juli 1984, Az. 3 StR 96/84, Volltext = BGHSt 32, 367; ''Es ?kann die jedermann treffende allgemeine Hilfspflicht nicht davon abhängig gemacht werden, ob im konkreten Einzelfall der Selbstmörder aufgrund eines freiverantwortlich gefaßten oder eines auf Willensmängeln beruhenden Tatentschlusses handelt oder gehandelt hat. Dies kann innerhalb der kurzen Zeitspanne, die für die unter Umständen lebensrettende Entscheidung am Unglücksort zur Verfügung steht, kaum jemand ohne psychiatrisch-psychologische Fachkenntnisse und ohne sorgfältige Abklärung der äußeren und inneren Motivationsfaktoren zuverlässig beurteilen.?''</ref> Im Übrigen kann auch die gesamte Situation eines Suizidalen so interpretiert werden, dass eine Hilfe grundsätzlich erforderlich ist, also bereits zum Beispiel ein Alleinlassen einer möglicherweise suizidalen Person eine unterlassene Hilfeleistung ist.

Allerdings kann die allgemeine Hilfeleistungspflicht in Konkurrenz zu einer bestehenden ). So sind Ärzte nicht verpflichtet, Patienten nach einem Suizidversuch gegen deren Willen das Leben zu retten. In der Praxis werden im Falle eines akuten Suizides in aller Regel sämtliche noch erfolgversprechenden lebensrettenden Maßnahmen durchgeführt, da das Vorhandensein oder die Wirksamkeit einer Patientenverfügung in der gebotenen Eile kaum geprüft werden können.

Reformbestrebungen im Strafrecht

Die Verfassung eröffnet Spielräume, dem Selbstbestimmungsrecht des Menschen auch über die Beendigung seines Lebens größere Akzeptanz entgegenzubringen.<ref group="ml">S. 117 ff.</ref> Dies ist in den letzten Jahrzehnten auf Gesetzesebene wiederholt, bisher aber ohne Erfolg versucht worden. Hervorzuheben sind zwei, von Juristen und Medizinern erarbeitete Reformvorschläge aus den Jahren 1986 und 2005.

Psychisch-Kranken-Gesetze

Wer Selbsttötung androht oder ankündigt, muss damit rechnen, wegen ''erheblicher Selbstgefährdung'' in eine psychiatrische Klinik zwangseingewiesen und behandelt zu werden. Rechtsgrundlage sind dabei die Psychisch-Kranken-Gesetze der Bundesländer. Rechtliche Voraussetzung für diesen schwerwiegenden Eingriff in die Grundrechte ist, dass diese Selbstgefährdung auf einem als psychische Krankheit eingestuften Zustand beruht.

Versicherungsrecht

Nach deutschem Recht zahlt eine Lebensversicherung auch bei Suizid, wenn die Tat im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit begangen worden ist ( VVG) oder seit Versicherungsbeginn mehr als drei Jahre vergangen sind. Diese Frist kann durch eine Einzelvereinbarung erhöht werden. In allen anderen Fällen wird nur der Rückkaufswert inkl. Überschussanteile erstattet. Die Versicherer sind hierdurch insbesondere gegenüber Personen abgesichert, deren Selbsttötungsabsicht bei Abschluss des Versicherungsvertrages bereits feststeht und die auf Kosten der Versichertengemeinschaft für ihre Hinterbliebenen sorgen wollen. Näheres ist in der Regel in den Allgemeinen Lebensversicherungsbedingungen ausgeführt.

Im bis zum 31.?Dezember 2007 geltenden Versicherungsvertragsgesetz wurde bei Suizid nur gezahlt, wenn Unzurechnungsfähigkeit vorlag. Zugunsten des Versicherungsnehmers kann von den Regeln abgewichen werden.

Österreich

Auch in Österreich ist der Suizid straffrei; im Gegensatz zu Deutschland wurde der Mord von der Selbsttötung im Strafrecht ( Strafgesetzbuch) ausdrücklich abgegrenzt. Strafbar sind jedoch die Tötung auf Verlangen (§?77?StGB) und die ?Mitwirkung am Selbstmord? (§?78?StGB), die mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren geahndet werden. Tötung auf Verlangen liegt vor, wenn die Handlung, die unmittelbar den Tod eines anderen herbeiführt, auf dessen ausdrückliches und ernstliches Verlangen vom Täter selbst unternommen wird. ?Mitwirkung am Selbstmord? hat zur Voraussetzung, dass der Täter einen anderen dazu verleitet, die Handlung, die unmittelbar dessen Tod herbeiführen soll, selbst zu unternehmen, oder dass er die Unternehmung einer solchen Handlung auf irgendeine Weise ermöglicht oder erleichtert. Die ?Mitwirkung am Selbstmord? kann auch durch psychische bzw. moralische Unterstützung erfolgen.

Aktive Sterbehilfe ist in Österreich strafbar und fällt entweder unter den Tatbestand des Mordes (§?75?StGB), der Tötung auf Verlangen (§?77?StGB) oder der ?Mitwirkung am Selbstmord? (§?78?StGB). Nicht strafbar ist hingegen die passive Sterbehilfe, der Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen beim Sterben, wenn ein Patient dies aktuell wünscht oder diesen Wunsch im Vorhinein mit einer gültigen Patientenverfügung zum Ausdruck gebracht hat. Erlaubt ist auch die aktive indirekte Sterbehilfe, worunter man medizinische Maßnahmen versteht, die das Leiden eines Menschen unter Einsatz aller helfenden Mittel lindern, auch wenn dadurch möglicherweise der Sterbeprozess verkürzt wird.

Ähnlich wie in Deutschland fällt selbst vorsätzliches Gewährenlassen einer Selbsttötung nur demjenigen als Mitwirkung zur Selbsttötung zur Last, der von Rechts wegen zum hindernden Eingreifen besonders verpflichtet ist (z.?B. Angehörige, Ärzte usw.). Wer es jedoch unterlässt, einem Verletzten die zu seiner Rettung aus der Gefahr des Todes oder einer beträchtlichen Körperverletzung oder Gesundheitsschädigung offensichtlich erforderliche Hilfe zu leisten, erfüllt den Tatbestand der Unterlassung der Hilfeleistung (§?95?StGB).

Laut OGH-Erkenntnis (OGH 14O s 158/99) fehlt es einem Unmündigen an der nötigen Reife, die ganze Tragweite seines Selbsttötungsentschlusses erfassen und sein Verhalten dieser Einsicht entsprechend steuern zu können. Mangels eines einem Unmündigen zurechenbaren ernst zu nehmenden Sterbewillens ist daher eine ihm bei der Selbsttötung geleistete Hilfe nicht als ?Mitwirkung am Selbstmord? (§?78?StGB), sondern als Mord (§?75?StGB) zu beurteilen.

Schweiz

Das ) gehört auch das Recht, über Art und Zeitpunkt der Beendigung des eigenen Lebens zu entscheiden; dies zumindest, soweit der Betroffene in der Lage ist, seinen entsprechenden Willen frei zu bilden und danach zu handeln?.

Das schweizerische Strafrecht bestraft lediglich Personen, die aus selbstsüchtigen Beweggründen jemanden zum Suizid verleiten oder ihm Hilfe dabei leisten, sowohl bei vollendeter Tat als auch beim Versuch, mit maximal 5?Jahren Gefängnis. Diese Formulierung ermöglicht in der Praxis eine große Grauzone für die Sterbehilfe. Damit gehört die Schweiz zu den liberalsten Ländern in dieser Hinsicht. In der Schweiz ansässige Organisationen wie ''Exit'' und ''Dignitas'' bieten ihren Mitgliedern für geringen finanziellen Aufwand Sterbehilfe an. Dies macht die Schweiz weltweit zu einem Anlaufpunkt für sogenannte ?Sterbetouristen?. Im Jahr 2016 beendeten 928 Personen mit Hilfe von ''Exit'' ihr Leben. Es sind Bestrebungen vorhanden, die Kriterien zu verschärfen und Sterbehilfe gesetzlich anders zu regeln.

Das Militärstrafgesetz verbietet den Suizid indirekt über die Verstümmelung (Art.?95 MStG), sofern der Suizidversuch gesundheitliche Konsequenzen mit sich zieht: Wer sich durch Verstümmelung oder auf andere Weise zur Erfüllung der Militärdienstpflicht bleibend oder zeitweise, ganz oder zum Teil, untauglich macht oder untauglich machen lässt, wer einen andern, mit dessen Einwilligung, durch Verstümmelung oder auf andere Weise zur Erfüllung der Militärdienstpflicht bleibend oder zeitweise, ganz oder zum Teil, untauglich macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Großbritannien und Nordirland

Im vom 3. August 2011, abgerufen am 30. Januar 2015.</ref> Die Strafbarkeit gründete sich auf den Umstand, dass die Krone durch den Suizid einen Untertan verliert.

Rezeption

Film

  • Der deutsche Film : ?die Gesellschaft tabuisiert bzw. verdammt Sterbehilfe so sehr, dass demjenigen, der altruistisch Sterbehilfe geleistet hat, praktisch nur Suizid oder Auswanderung bleiben, um der ihm bevorstehenden gesellschaftlichen Ächtung zu entgehen?.
  • . Mit Unterstützung einer Freundin nimmt sich Sampedro schließlich das Leben.
  • A Single Man (2009, ''Ein alleinstehender Mann''). Der Film spielt im Los Angeles des Jahres 1962. Ein alternder homosexueller Literaturprofessor, der um seinen langjährigen Partner trauert, der bei einem Unfall starb, bereitet seinen Suizid vor.
  • ): Die Familie Lisbon lebt in den 1970er Jahren in einem kleinen Vorstadthaus mit ihren fünf streng behüteten Töchtern Cecilia (13), Lux (14), Bonnie (15), Mary (16) und Therese (17). Der Film beginnt mit einem Suizidversuch der Dreizehnjährigen; beim zweiten Versuch stirbt sie. Danach verschärfen die strenggläubigen Eltern die Regeln im Haus drastisch. Eines Nachts sterben alle anderen vier Schwestern ebenfalls durch Suizid. Die Eltern ziehen weg; die Nachbarn wenden sich bald wieder ihrem Alltag zu. Nur die Nachbarsjungen, allesamt verliebt in eine der Töchter, fragen sich noch jahrelang, wie es zu den Selbsttötungen kommen konnte.
  • Thread of Lies (2014, Regie: Lee Han). Nach dem Tod ihrer 14-jährigen Schwester stößt Man-ji auf die Gründe ihres Todes und erfährt, dass sie von ihren Mitschülern gemobbt wurde.
  • durch den Film. Das 1933 komponierte Lied wurde in den 1930er Jahren als melancholisches ?Lied der Selbstmörder? bekannt und durch den Film ab 1999 wieder bekannt, in deutschsprachigen Ländern unter dem Titel ''Das Lied vom traurigen Sonntag''.
  • (1970)

Literatur

Weitere Bücher (Auswahl, alphabetisch nach Autoren):

Verwandte Themen

Suizidprävention:
Suizidarten:

Literatur

Bibliographien, Textsammlungen

  • Hans Rost: ''Bibliographie des Selbstmordes.'' Verlag Roderer, Regensburg 1992, ISBN 3-89073-343-3 (Repr. d. Ausg. Augsburg 1927)
  • ''Suizid-Bibliothek. 1.000 Werke aus den Jahren 1578 bis 1945.'' (ca. 100.000 Seiten auf 1500 Mikrofiches). Harald Fischer Verlag, Erlangen 2005, ISBN 3-89131-463-9.

Monographien

  • Jean Améry: ''Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod.'' (Werke; 3). Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-93563-0.
  • Andreas Bähr (Hrsg.): ''Sterben von eigener Hand. Selbsttötung als kulturelle Praxis.'' Böhlau, Köln 2005, ISBN 3-412-18405-5.
  • Paul B. Baltes u. a.: ''Schwerpunkt Selbstbestimmtes Sterben.'' (Aufklärung und Kritik/Sonderheft; 11). Gesellschaft für kritische Philosophie, Nürnberg 2006, .
  • Emmanuel Bauer u.?a.: ''Wenn das Leben unerträglich wird. Suizid als philosophische und pastorale Herausforderung'' (= ''Forum Systematik.'' Band 40). Kohlhammer, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-17-021413-2.
  • Ursula Baumann: ''Vom Recht auf den eigenen Tod. Die Geschichte des Suizids vom 18. bis zum 20. Jahrhundert.'' Böhlau, Weimar 2001, ISBN 3-7400-1180-7.
  • Thomas Bronisch: ''Der Suizid. Ursachen, Warnsignale, Prävention.'' C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55967-9.
  • . Eine Streitschrift für das Recht auf einen frei bestimmten Tod.'' Robinson-Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-88592-032-8.
  • Thomas Haenel: ''Amok und Kollektivsuizid. Selbsttötung als Gruppenphänomen.'' Verlag NZZ Libro, Zürich 2012, ISBN 978-3-03823-773-0.
  • Arno Herberth, Thomas Niederkrotenthaler und Benedikt Till (Hrsg.): ''Suizidalität in den Medien. Interdisziplinäre Betrachtungen. Suicidality in the Media. Interdisciplinary Contributions.'' Lit-Verlag, Münster/Wien 2008, ISBN 978-3-8258-1641-4.
  • Kay Redfield Jamison: ''Wenn es dunkel wird. Zum Verständnis des Selbstmordes.'' BTV, Berliner Taschenbuch Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-8333-0232-1.
  • Wilhelm Kamlah: ''Meditatio Mortis. Kann man den Tod verstehen und gibt es ein Recht auf den eigenen Tod?'' Klett Verlag, Stuttgart 1976.
  • Heike Knebel, Nathalie Klüver: ''Reflexionen ? Suizidprävention bei Kindern und Jugendlichen.'' Kilian-Andersen-Verlag, Ratekau 2010, ISBN 978-3-9813623-0-5.
  • Paul-Ludwig Landsberg: ''Das moralische Problem des Selbstmords.'' Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Herausgegeben von Eduard Zwierlein. Mit einem Essay von Wilhelm Kamlah. Verlag Matthes und Seitz, Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-978-4.
  • Edouard Levé: ''Selbstmord.'' Verlag Matthes und Seitz, Berlin 2012, ISBN 978-3-88221-591-5.
  • Manfred von Lewinski: ''Ausharren oder gehen? Für und wider die Freiheit zum Tode.'' Olzog, München 2008, ISBN 978-3-7892-8254-6.
  • Realino Marra: ''Suicidio, diritto e anomia. Immagini della morte volontaria nella civiltà occidentale.'' Edizioni Scientifiche Italiane, Napoli 1987.
  • Georges Minois: ''Geschichte des Selbstmords.'' Artemis & Winkler, Düsseldorf 1996, ISBN 3-538-07041-5.
  • Susanne Niemz: ''Sozialverträgliches Sterben. Die Debatte um assistierten Suizid und Sterbehilfe.'' S. Roderer, Regensburg 2010, ISBN 978-3-89783-701-0.
  • Hermann Pohlmeier: ''Selbstmordverhütung. Zur Ethik von Selbstbestimmung und Fremdbestimmung.'' (= Medizinethische Materialien. 96). Zentrum für medizinische Ethik, Bochum 1994, ISBN 3-927855-74-X.
  • Sebastian Scherr: ''Depression ? Medien ? Suizid. Zur empirischen Relevanz von Depressionen und Medien für die Suizidalität.'' Springer/VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-11161-8. (Zugleich phil. Diss, Univ. München 2015)
  • Geo Stone: ''Suicide and attempted suicide. Methods and consequences.'' Carroll & Graf, New York 2001, ISBN 0-7867-0940-5.
  • Anne Waak: ''Der freie Tod. Eine kleine Geschichte des Suizids.'' Aufbau Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-351-05034-4.
  • Roger Willemsen: ''Der Selbstmord. Briefe, Manifeste, literarische Texte.'' Kiepenheuer & Witsch, Köln 2002, ISBN 3-462-03169-4.
  • Hans Wedler: ''Suizid kontrovers. Wahrnehmungen in Medizin und Gesellschaft.'' Kohlhammer, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-17-031046-9.
  • Mark Williams: ''Suicide and attempted suicide. Understanding the cry of pain.'' Penguin Books, London 2001, ISBN 0-14-100561-0.
  • ''Suizid und Suizidprävention in der Schweiz.'' Bundesamt für Gesundheit, Bern 2005. ()
  • Thomas Macho: ''Das Leben nehmen. Suizid in der Moderne''. Suhrkamp, Berlin 2017.

Aufsätze

  • V. Ajdacic-Gross u. a.: ''Methods of suicide: international suicide patterns derived from the WHO mortality database.'' In: ''Bulletin of the World Health Organization.'' Jg. 86, Nr. 9, September 2008, S. 657?736.
  • Hubertus Busche: ''Darf man sich selbst töten? Die klassischen Argumente bei Thomas von Aquin und David Hume.'' In: ''Philosophisches Jahrbuch.'' Jg. 111, 2004, S. 62?89.
  • Heidrun Bründel: ''Suizid im Jugendalter.'' In: Jürgen Raithel (Hrsg.): ''Risikoverhaltensweisen Jugendlicher. Formen, Erklärungen, Prävention.'' Opladen 2001.
  • Paul Geiger: ''Die Behandlung der Selbstmörder im deutschen Brauch.'' In: ''Schweizerisches Archiv für Volkskunde.'' Jg. 26, 1925, S. 145?170.
  • Udo Grashoff: ''Die hohe Selbsttötungsrate der DDR ? verursacht durch politische Repression?''
  • Franz-Josef Hücker: ''Politische Suizidologie. Mythen, Fakten und Prävention.'' In: Sozial Extra 6 2017, 41. Jg. (VS Verlag, Springer Fachmedien DE, Wiesbaden), S. 53?58.
  • Franz-Josef Hücker: ''?Erweiterter Suizid? am Kiepenkerl. Kategorisierung, Biographische Rekonstruktion (Psychologische Autopsie), Suizidprophylaxe.'' In: Suizidprophylaxe ? Theorie und Praxis Nr. 175, Heft 4, 2018, 45. Jg. (S. Roderer Verlag Regensburg), S. 141?146 (PDF; 140 KB).
  • Clinton E. Rhyne u. a.: ''Dimensions of suicide. Perceptions of lethality, time and agony.'' In: ''Suicide and Life-Threatening Behavior.'' Jg. 25, 1995, Heft 3.
  • Dirk Richter u. a.: ''Suizide im sozialen Kontext des Wohnumfeldes: Eine ökologische Analyse in einer deutschen Großstadt.'' (Dortmund) In: ''Psychiatrische Praxis.'' Jg. 37, 2009, S. 137?141.
  • .'' Band 22, Berlin/New York 1998, S. 357?380.
  • Frank van Tubergen, Wout Ultee: ''Political integration, war and suicide.'' In: ''International Sociology.'' Jg. 21, 2006, Heft 2, S. 221?236. (Eine empirische Prüfung der soziologischen Selbstmordtheorie Émile Durkheims)
  • Jeffrey R. Watt (Hrsg.): ''From Sin to Insanity. Suicide in Early Modern Europe.'' Cornell University Press, Ithaca/USA 2004, ISBN 978-0-8014-4278-0.

Artikel aus Nachschlagewerken

Weblinks

'''Prävention'''
'''Wissenschaft'''
'''Statistik'''
'''Kulturelle Rezeption'''
'''Historische Aspekte'''

Fußnoten

  • Günther Drosdowski (Bearbeitung): ''Duden ? Das Herkunftswörterbuch ? Etymologie der deutschen Sprache.'' Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim 1989, ISBN 3-411-20907-0.
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  • Manfred von Lewinski: ''Ausharren oder gehen? ? Für und wider die Freiheit zum Tode.'' Olzog, München 2008, ISBN 978-3-7892-8254-6.
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  • Gerd Brudermüller, Wolfgang Marx, Konrad Schüttauf (Hrsg.): ''Suizid und Sterbehilfe.'' Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2060-X. ()
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  • Gerhard Krause, Gerhard Müller, Siegfried M. Schwertner, Matthias Glockner: ''Theologische Realenzyklopädie.'' Band 35, Verlag Walter de Gruyter, Berlin 2003, ISBN 3-11-017781-1.
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  • Martin Delhey: ''Buddhismus und Selbsttötung.'' (= ''Buddhismus in Geschichte und Gegenwart,'' Band VII.) Universität Hamburg, 2002, S. 111?132.
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  • Klaus Mylius (Hrsg.): ''Die vier edlen Wahrheiten. Texte des ursprünglichen Buddhismus.'' Reclam Verlag, Leipzig 1983, ISBN 3-15-003420-5. In anderer Textfassung online
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  • Antoon A. Leenaars, Michael J. Kral, Ronald J. Dyck: ''Suicide in Canada.'' 1998 ()
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  • Statistisches Bundesamt
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  • Andere

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