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'''Sterben''' ist das Erlöschen der Organfunktionen eines Lebewesens, das zu seinem Tod führt. Der Beginn des Sterbens ist nicht eindeutig bestimmbar. Das Ende eines Sterbeprozesses wird mit dem Todeseintritt eingegrenzt, wobei auch dieser aufgrund der fehlenden einheitlichen Definition keinem genauen Zeitpunkt zugeordnet werden kann. Das Verb dazu lautet '''sterben''' (in gehobenem, feierlichen Stil auch ''versterben'').

Etymologie

''Sterben'' von , eigentl. ?gelöscht?, desh. beleglos vorerst auskomm. -->. Das Wort gehört in weiterer Folge zur großen Wortgruppe um ''starr'' (Storch, Störr, Sterz usw.).

Anzeichen der letzten Lebensphasen

Der Sterbeprozess eines Menschen verläuft je nach Ursache in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Die Bundesärztekammer definiert Sterbende als ?Kranke oder Verletzte mit irreversiblem Versagen einer oder mehrerer vitaler Funktionen, bei denen der Eintritt des Todes in kurzer Zeit zu erwarten ist?.

Die im Folgenden beschriebenen stellen zu können.

Präterminalphase

Wochen bis Monate vor dem Tod befindet sich der Sterbende in der Präterminalphase: Es zeigen sich schon deutliche Symptome, die das aktive Leben einschränken, beispielsweise eine erhebliche Abmagerung. Die zunehmende wird unter anderem am gesteigerten Ruhebedürfnis deutlich. Alltägliche Verrichtungen fallen schwerer und dauern länger, für manche Tätigkeiten wird Unterstützung benötigt. Der entsprechende ECOG-Score 2?3 bedeutet, dass eventuelle Chemotherapien in dieser Phase beendet werden. Der Schwerpunkt medizinischer Behandlung wird auf die Kontrolle möglicher Krankheitsbeschwerden gelegt.

Terminalphase

In der anschließenden Terminalphase, die wenige Tage bis mehrere Wochen andauern kann, führt der fortschreitende körperliche Verfall oft zu eingeschränkter Mobilität bis hin zur bei bis zu 88 Prozent liegt.
Bei einer Alzheimer-Demenz kann diese Phase länger dauern.

Finalphase und Tod

Die Finalphase in den letzten Tagen bzw. Stunden vor dem Tod ist gekennzeichnet vom endgültigen Versagen einzelner Organe wie Leber, Niere und Lunge oder des zentralen Nervensystems. Das langsame Erlöschen der Organfunktionen äußert sich in zunehmender Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit, Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit und fehlendem Hungergefühl. Sterbende verringern nach und nach die Nahrungsaufnahme und stellen sie häufig ganz ein.

Die Durchblutung der Extremitäten nimmt ab, was an , marmorierten Beinen sowie kalten Händen und Füßen erkennbar wird. Manche Sterbende dagegen neigen eher zu starkem Schwitzen. Der Puls wird schwächer und der Blutdruck fällt ab. Die Urinausscheidung verringert sich, da die Nierenfunktion nachlässt. Da die Nieren und die Leber ihre Entgiftungsfunktion nur noch unzureichend erfüllen, sammeln sich Schadstoffe im Blut, die damit ins Gehirn gelangen. Dort führen diese Stoffe zu Wahrnehmungs- und en. Die Umgebung wird nicht mehr oder nur noch eingeschränkt wahrgenommen. Die zeitliche, örtliche und situative Orientierung kann verloren gehen, daneben treten möglicherweise akustische und optische Halluzinationen oder motorische Unruhe auf.

Oft atmen Sterbende durch den Mund. Bei der Atmung treten häufig Veränderungen auf: Die Atemfrequenz ist niedriger, die Atemzüge erscheinen erschwert, da sie sich vertiefen, um dann wieder abzuflachen und zeitweise ganz auszusetzen, wie bei der Cheyne-Stokes-Atmung. Gehen die Atemzüge mit ungewöhnlichen Geräuschen einher, handelt es sich möglicherweise um Rasselatmung. Kurz vor dem endgültigen Atemstillstand ist häufig eine Schnappatmung zu beobachten.

Bleiche, wächsern erscheinende Haut und das Facies hippocratica mit einem ausgeprägten Mund-Nasendreieck weisen auf das Herannahen des Todes hin. Steht das Herz endgültig still, endet die Sauerstoffversorgung sämtlicher Organe. Nach etwa acht bis zehn Minuten setzen die Gehirnfunktionen aus, damit ist der Hirntod eingetreten.
Nach Herzstillstand und Hirntod beginnt die Zersetzung des Körpers. Durch die fehlenden Teile des Stoffwechsels, das heißt den ausbleibenden Transport von Sauerstoff und Nährstoffen, sterben die Zellen ab. Den Anfang machen dabei Gehirn­zellen (Neuronen). Zehn bis zwanzig Minuten nach dem Hirntod sterben viele Zellen des Herzgewebes ab. Dann folgt der Tod der Leber- und der Lungenzellen. Erst ein bis zwei Stunden später stellen auch die Zellen der Nieren ihre Funktion ein. Biologisch ist das Sterben der Verlust von immer mehr Organfunktionen.

Sterben als biologische Kettenreaktion

Wenn alle Lebensfunktionen eines Organismus endgültig stillstehen, ist der wiederbelebt (reanimiert) werden. Damit gehört auch die Vita minima noch zur vitalen Phase. Die synonym verwendete Bezeichnung ''klinischer Tod'' und auch der Begriff Wiederbelebung erscheinen, da der Tod definitionsgemäß irreversibel ist, problematisch.

Schlägt eine Reanimation fehl, erleidet zuerst das Gehirn durch die fehlende Durchblutung irreparable Schäden. Sein besonders aktiver Stoffwechsel und seine geringe Kapazität, Energie zu speichern, machen dieses Organ stark anfällig für jegliche Unterbrechung der Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr. Der Eintritt des Hirntods gilt heute als Todeszeitpunkt. Mit ihm versiegt auch die elektrische Aktivität des Gehirns ? Wahrnehmung, Bewusstsein und die zentralnervöse Steuerung elementarer Lebensfunktionen fallen für immer aus. Eine besondere Bedeutung hat dabei der Hirnstamm, der aus dem Mittelhirn, der Brücke und dem verlängerten Mark besteht. Selbst wenn andere Bereiche des Gehirns bereits zerstört sind, können die Zentren des Hirnstammes den Patienten in einem vegetativen Zustand am Leben erhalten: Er kann atmen und schlucken oder bei Schmerzen das Gesicht verziehen, aber seine Wahrnehmungen nicht mehr verarbeiten.

Für jedes einzelne Organ gibt es einen individuellen Zeitraum, in dem bei nachlassender Funktionsfähigkeit ein Weiterleben möglich wäre (siehe Organspende), wenn die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff wieder aufgenommen werden würde. Nach Ablauf dieser Zeitspanne ist das nicht mehr möglich und das Organ stirbt endgültig ab. Die genaue Bestimmung des jeweiligen Ablaufs dieser Zeit ist von außen unter Umständen nicht möglich bzw. aufwändig.

Psychische Anpassungsvorgänge

Spätestens dann, wenn ein Mensch erkennt, dass sein Leben durch eine todbringende Krankheit bedroht ist, setzt er sich damit und mit seinem bevorstehenden Ende auseinander. Diese Auseinandersetzung wurde und wird in Tagebüchern, Autobiografien, Krankenberichten, Romanen und auch in der Lyrik beschrieben. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird der ?Kampf? gegen den Tod anhand empirischer Daten und Feldstudien sozialwissenschaftlich erforscht. Die entwickelten Theorien und Modelle sollen vor allem den Helfern bei der Begleitung todkranker Menschen dienen.

In den Sterbetheorien werden sowohl psychosoziale Aspekte des Sterbens als auch Modelle für den Ablauf des Sterbens beschrieben. Besonders herausgestellte psychosoziale Aspekte sind: Total Pain (C. Saunders), Akzeptanz (J. Hinton, E. Kübler-Ross), Bewusstheit/Unsicherheit (B. Glaser, A. Strauß), Antwort auf die Herausforderungen (E. S. Shneidman), Angemessenheit (A. D. Weisman), Autonomie (H. C. Müller-Busch), Angst (R. Kastenbaum, G. D. Borasio) und Ambivalenz (E. Engelke).

Phasen- und Stufenmodelle

Für den Verlauf des Sterbens aus psychologischer und erschien zehn Jahre später in einer weiterentwickelten Version. Den Phasen zugeordnet werden Schock, Benommenheit und Unsicherheit bei den ersten Symptomen und der Diagnose; wechselnde Gefühlslagen und Gedanken, Bemühen um den Erhalt der Kontrolle über das eigene Leben; Rückzug, Trauer über verlorengegangene Fähigkeiten und Leiden am bevorstehenden Verlust der eigenen Existenz; zuletzt psycho-physischer Verfall.

Am bekanntesten ist das Phasenmodell von en. Nach Kübler-Ross ist in jeder der fünf Phasen (?Nicht-wahrhaben-wollen und Isolierung ? Zorn ? Verhandeln ? Depression ? Zustimmung?) fast immer Hoffnung vorhanden, die die Patienten niemals ganz aufgeben. Die Hoffnung darf ihnen nicht genommen werden. Auf den Verlust der Hoffnung folgt bald der Tod. Die Angst vor dem Sterben kann nur dadurch überwunden werden, indem jeder bei sich selbst anfängt und seinen eigenen Tod akzeptiert.

Durch ihre Arbeit setzte die Psychiaterin neue Impulse zum Umgang mit sterbenden und trauernden Menschen. Ihre Kernbotschaft dabei war, dass die Helfenden zuerst ihre eigenen Ängste und Lebensprobleme (?unerledigte Geschäfte?) so weit wie möglich klären und ihr eigenes Sterben akzeptieren müssen, ehe sie sich Sterbenden hilfreich zuwenden können.
Die von Kübler-Ross aus Interviews mit Todkranken extrahierten beschreiben psychische Anpassungsvorgänge im Sterbeprozess und sind weit verbreitet, obgleich Kübler-Ross selbst die ihres Phasenmodells mehrfach kritisch hinterfragt: Die Phasen laufen nicht in einer festgelegten Reihenfolge nacheinander ab, sondern wechselnd oder sie wiederholen sich; manche Phase wird unter Umständen gar nicht durchlaufen, eine letztendliche Akzeptanz des eigenen Sterbens findet nicht in jedem Fall statt.

Redewendungen und ''Zitate'' zum Sterben

  • ?Mors certa, hora incerta? (der Tod ist gewiss, seine Stunde ungewiss)
  • Beten um eine ''gute Sterbestunde''
  • ??Jetzt und in der Stunde meines Absterbens. Amen.? (frühere Fassung des Ave Maria)
  • ?Leben heißt sterben.?
  • ''Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.''
  • ''Oft denk? ich an den Tod, den herben, / Und wie am End? ich?s ausmach?! / Ganz sanft im Schlafe möcht ich sterben / Und tot sein, wenn ich aufwach!'' ? Carl Spitzweg
  • ''Glücklich, für den, wie nahe sie auch zusammenliegen mögen, die Stunde der Wahrheit vor der des Todes schlägt.'' ? Marcel Proust
  • ''Beim Sterben spielt sicher eine große Rolle, inwieweit und wie intensiv man die Möglichkeiten des Lebens in seinen Höhen und Tiefen ausgelotet und ausgeschöpft hat.'' ? in ?Wir erleben mehr, als wir begreifen.?

Siehe auch

  • Intensivmedizin
  • Sterbehilfe
  • Leben nach dem Tod
  • Seele
  • Unsterblichkeit
  • Thanatologie (Sterbeforschung)
  • Nekrose (der pathologische Untergang einzelner oder mehrerer Zellen)
  • Apoptose (der physiologische Untergang von Zellen, ?programmierter Zelltod?)

Literatur

  • Jörg-Johannes Lechner: ''Anthropologie des Todes. Philosophisch-anthropologische Analyse der grenzwissenschaftlichen Phänomene Sterben, Tod und Jenseits.'' Hamburg 2019, ISBN 978-3-339-10600-1.
  • Ernst Engelke: ''Die Wahrheit über das Sterben. Wie wir besser damit umgehen.'' Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2015, ISBN 978-3-499-62938-9.
  • F.-J. Bormann, G. D. Borasio (Hrsg.): ''Sterben. Dimensionen eines anthropologischen Grundphänomens.'' De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-025733-5.
  • Michael Anderheiden und Wolfgang U. Eckart (Hrsg.): ''Handbuch Sterben und Menschenwürde.'' 3 Bände. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-024644-5.
  • Gian Domenico Borasio: ''Über das Sterben. Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen.'' C.H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61708-9.
  • Robert Kastenbaum: ''Death, society, and human experience.'' Routledge, New York 2007, ISBN 978-0-205-00108-8.
  • Sherwin B. Nuland: ''Wie wir sterben.'' Kindler Verlag, München 1994, ISBN 3-426-77237-X.
  • : ''Interviews mit Sterbenden.'' Kreuz Verlag, Stuttgart 1971, .
  • John Hinton: ''Dying.'' Penguin Books, New York 1967, ISBN 0-14-020866-6.
  • Simon Peng-Keller, Andreas Mauz (Hrsg.): ''Sterbenarrative. Hermeneutische Erkundungen des Erzählens am und vom Lebensende'' (= ''Studies in Spiritual Care.'' Band 4). De Gruyter, Berlin 2018, ISBN 978-3-11-060111-4.

Weblinks

  • Johanna Bayer: ''Wie geht Sterben? Biologie des Sterbens.'' Beitrag ARD (Video ARD Mediathek)

Einzelnachweise